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Feiern und fahren


In schöner Regelmäßigkeit kann der interessierte Bürger von Verkehrsunfällen lesen, die auch und gerade aus dem Genuß von alkoholischen Getränken resultieren.

Aber nicht nur für jene, die unter Alkohol- oder Rauschmitteleinfluss mit ihrem Fahrzeug einen schweren Unfall, vielleicht sogar mit Personenschäden verursachen, sondern auch für denjenigen, der "nur so" angedämmert am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, sieht das Gesetz zum Teil strenge Strafen vor.

Wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Genusses alkoholischer Getränke nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen und dadurch Gesundheit oder das Leben eines anderen Menschen oder fremder Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Wird die Tat fahrlässig begangen, wird der Täter mit Freiheitsstrafe bis zwei Jahre oder mit Geldstrafe bestraft. Kommt es zu keiner Gefährdung, kann man mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe davon kommen.

Fahruntüchtig ist man dann, wenn man nicht mehr fähig ist, eine längere Strecke so zu steuern, dass man auch bei plötzlichem Auftreten schwieriger Situationen im Straßenverkehr nicht mehr so gerecht wird, wie es von einem durchschnittlichen Fahrzeugführer zu erwarten ist.

Absolute Fahruntüchtigkeit liegt beim Führer eines Pkw bei 1,1 BAK (Blutalkoholkonzentration) vor. Ist dieser Wert erreicht, steht die Fahruntüchtigkeit unwiderleglich fest, d.h. sie wird unterstellt, unabhängig davon, ob der Fahrer Ausfallerscheinungen erkennen läßt oder nicht.

Relative Fahruntüchtigkeit ist gegeben, wenn eine BAK unter 1,1 festgestellt ist und zusätzlich weitere Umstände den Schluß zulassen, dass der Alkoholgenuss zur Fahruntüchtigkeit geführt hat. Schon bei 0,3 BAK kann relative Fahruntüchtigkeit vorliegen. Gemeinhin liegt die kritische Grenze bei 0,5 BAK. Weitere Umstände, die in Verbindung mit Alkohol zur relativen Fahruntüchtigkeit führen können, sind z.B. ungünstige Straßen- oder Wetterverhältnisse oder Dunkelheit. Sie können schon bei niedrigen Promillewerten Fahruntüchtigkeit begründen. Auch aus der Fahrweise kann auf Fahruntüchtigkeit geschlossen werden, z.B. bei ungewöhnlichen Fahrfehlern, leichtsinnigem Fahren oder überhöhter Geschwindigkeit.

Neben Freiheits- oder Geldstrafe droht der Entzug der Fahrerlaubnis und eine Sperre für die Neuerteilung. Weiterhin wird das Punktekonto beim Verkehrszentralregister mit sieben Punkten aufgefüllt. Ab 1,6 BAK ist vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis die erfolgreiche Medizinisch Psychologische Untersuchung (MPU) obligatorisch.

Dies gilt aber nicht nur für den Führer eines PKW. Auch Motorradfahrer, Radfahrer und Sportbootnutzer können diese Folgen ereilen, wobei bei ihnen zum Teil andere BAK-Werte die absolute Fahruntüchtigkeit begründen.

Als Ordnungswidrigkeit wird ein Fahren mit 0,5 BAK und mehr verfolgt. Es droht mindestens eine Geldbuße von 250,00 €, ein Fahrverbot von einem Monat und vier Punkte im Verkehrszentralregister.

Aus alledem folgt, dass nicht nur aus Respekt vor fremden Leben und Gesundheit auf das alkoholisierte Fahren verzichtet werden sollte, sondern auch aus eigenem Interesse.

Rechtsanwalt Ray Richter